97. Jahrestagung der DOG 1999

V 397

FUNKTIONELLE ERGEBNISSE DER MAKULALOCHCHIRURGIE NACH LANGZEIT-TAMPONADE

E. Messmer, D. Dori, A. Eckmann, F. Meier, P. Bernasconi, A. Thölen

Die Ergebnisse der Chirurgie des Makulalochs variieren in Abhängigkeit von der Patientenselektion und der angewandten chirurgischen Technik. Wir berichten über die Ergebnisse einer konsekutiven Fallserie der Jahre 1995 - 1998 mit einheitlichen Selektions- und Behandlungskriterien. Eingeschlossen wurden Augen mit einer Lochgrösse < 400 µm sowie einer Anamnesedauer von < drei Monaten. Die chirurgische Technik umfasste eine vollständige pars plana Vitrektomie mit Induktion einer hinteren Glaskörperabhebung nasal der Papille, Peeling der Lamina limitans interna ausschliesslich in Fällen einer vorbestehenden kontrahierten Fibroplasie (10 Fälle) sowie eine Gasfüllung mit 12.5% C3F8 oder Silikonölfüllung. Adjuvantien zur Induktion eines Lochverschlusses wurden nicht verwendet. Postoperativ wurde in allen Fällen mit einer Gasfüllung eine drei- bis vierwöchige Kopfzwangshaltung eingenommen. 50 Augen von 46 Patienten erfüllten die o.g. Kriterien und wurden für diese Studie nachuntersucht. Es handelte sich um 34 Frauen und 12 Männer. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 7.2 Monate. An Komplikationen waren intra- oder postoperative Netzhautablösungen in 6 Fällen zu verzeichnen. In allen Fällen konnte eine vollständige Anlage der Netzhaut mit Gasfüllung erreicht werden. Sektorenförmige periphere Gesichtsfeldeinschränkungen traten in 12 Fällen auf. Ein Lochverschluss konnte in 48 von 50 Fällen (96 %) erreicht werden. Der präoperative Visus betrug im Mittel für die Ferne 0.25 und für die Nähe 0.21. Zur Ermittlung des postoperativen Visus wurden Augen mit persistierenden Foramina (2 Fälle) ausgeschlossen. Die ermittelten mittleren Visuswerte betrugen für die Ferne 0.61 und für die Nähe 0.58.
Wir schliessen aus den vorliegenden Ergebnissen, dass bei relativ rezenten und kleinen Makulaforamina eine zentrale Manipulation im Sinne einer Limitans interna Entfernung sowie die Verwendung von Adjuvantien verzichtbar sind und gute anatomische und funktionelle Ergebnisse erreicht werden können, sofern eine Langzeittamponade mit Gas oder Silikonöl und eine postoperative Kopfzwangshaltung über 3-4Wochen durchgeführt wird.

Augenklinik UniversitätsSpital, Frauenklinikstrasse 24, CH-8091 Zürich


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