97. Jahrestagung der DOG 1999

P 391

DIODENLASER-ZYKLOPHOTOKOAGULATION BEIM FORTGESCHRITTENEN GLAUKOM

T. Schlote, M. Derse, B. Wannke, H.-J. Thiel, B. Jean

Die Diodenlaser-Zyklophotokoagulation ist ein neues zyklodestruktives Verfahren zur Behandlung therapierefraktärer, fortgeschrittener Glaukome. Erfahrungen in der klinischen Anwendung sind begrenzt. Erste Ergebnisse einer prospektiven Studie werden vorgestellt.

Methode: Es wurden konsekutiv 54 Augen von 54 Patienten mit fortgeschrittenem, medikamentös nicht kontrollierbarem Glaukom behandelt. Der Verlauf wurde über ein Jahr dokumentiert. Ziel der Behandlung war die Senkung des Intraokulardrucks (IOD): 1. bei einer Sehschärfe von 1/50 oder mehr auf Werte zwischen 5-21 mmHg; 2. bei einer Sehschärfe < 1/50 und bei erblindeten Augen auf Werte unter 30 mmHg oder das Erzielen von Schmerzfreiheit.

Ergebnisse: Der Verlauf über ein Jahr konnte bei 51 von 54 Augen dokumentiert werden. Es handelte sich um inflammatorische Glaukome (n=14), Offenwinkelglaukome (n=9), Neovaskularisationsglaukome (n=9), traumatische Glaukome (n=8) und andere Glaukome (n=11). Bei 31 Augen waren andere Glaukomoperationen vorangegangen, andere chirurgische Eingriffe bei 33 Augen (Pseudophakie n=15, Aphakie n=13). Eine erfolgreiche Senkung des IODs bzw. Schmerzfreiheit wurde bei 37 Augen (72,5%) erzielt. Die Behandlung mußte bei 28 Augen (55%) mehr als einmal durchgeführt werden. Bei 7 Augen (13,7%) erfolgte der Wechsel auf ein anderes operatives Verfahren. Phthisis bulbi oder Bulbushypotonie traten nicht auf.

Schlußfolgerungen: Die Diodenlaser-Zyklophotokoagulation ist ein gering invasives, sicheres Verfahren zur Senkung des Intraokulardrucks bei fortgeschrittenen Glaukomen. Die einmalige Durchführung reicht häufig nicht aus. Im Vergleich zur Zyklokryokoagulation scheinen Komplikationen wesentlich seltener zu sein.

Univ.-Augenklinik, Sektion für experimentelle Ophthalmochirurgie, D-72076 Tübingen


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