97. Jahrestagung der DOG 1999

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AKUTES BEIDSEITIGES SEKUNDÄRES ENGWINKELGLAUKOM DURCH PERIPHERE IRISPIGMENTEPITHELZYSTEN

J. Kuchenbecker, M. Motschmann, K. Schmitz, S. Bilke

Zu den primären Iriszysten gehören Zysten des Stromas und des Pigmentepithels. Sekundäre Iriszysten können unter anderem nach Operation, nach Trauma, nach Entzündung oder durch längere Miotikatherapie entstehen. Sie können in ganz seltenen Fällen zum Engwinkelglaukom führen.

Kasuistik: Wir berichten über einen 55jährigen Mann mit einem Augendruck von 30 mm Hg im rechten und 68 mm Hg im linken Auge unter einer lokalen Pilocarpin-Therapie. Die Spaltlampenuntersuchung zeigte links ein geringes Epithelödem der Hornhaut sowie beidseits durchgängige Laser-Iridotomien nasal oben, die 2 Wochen zuvor aufgrund eines akuten Engwinkelglaukoms links angelegt worden waren. In der Gonioskopie waren rechts eine partielle und links eine zirkuläre Kammerwinkeleinengung und leichte Vorbuckelung der peripheren Iris zu sehen. Zur weiteren Diagnostik führten wir eine Ultraschallbiomikroskopie durch. Diese zeigte periphere Irispigment-epithelzysten. Die Lage der Zysten entsprach den gonioskopisch sichtbaren Kammerwinkeleinengungen. Nach Mydriatikagabe kam es zu einer deutlichen Augendrucksenkung. Eine dauerhafte therapeutische Mydriasis lehnte der Patient jedoch ab. Wegen der peripheren Lage der Zysten waren diese in Mydriasis transpupillär nicht sichtbar. Wir entschieden uns daher zur Laser-Iridozystotomie. Die hierfür ausgewählten Areale im Bereich der größten Zysten wurden mit dem Argonlaser vorkoaguliert und anschließend erfolgte die Perforation des Irisstromas und der vorderen Zystenwand mit dem Nd:YAG-Laser. Durch die Laserbehandlung kam es zum Kollabieren der Zysten und Eröffnung des Kammerwinkels, was gonioskopisch und mittels Ultraschallbiomikroskopie nachgewiesen werden konnte. Ein erneuter Druckanstieg war nach Abschluß der Laserbehandlung ohne weitere Therapie beidseits nicht mehr zu verzeichnen.

Schlußfolgerung: Kommt es beim Engwinkelglaukom unter Pilocarpin-Therapie zu einem Druckanstieg, sollte an periphere Irispigmentepithelzysten gedacht werden. Diese lassen sich mittels Ultraschallbiomikroskopie nachweisen. Falls eine transpupilläre Laserzystotomie nicht möglich ist, stellt die Laser-Iridozystotomie die Methode der Wahl dar.

Universitätsaugenklinik Magdeburg, Leipziger Str. 44, D - 39120 Magdeburg


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