97. Jahrestagung der DOG 1999

P 365

AUTOREGULATION DER NETZHAUTPERFUSION BEI GESUNDEN UND PATIENTEN MIT ARTERIOSKLEROSE ODER NORMALDRUCKGLAUKOM

D. Werner, J. Harazny*, J. Welzenbach*, J.-U.Voigt, G. Michelson*, W. G. Daniel

Die pneumatische externe Gegenpulsaton (PECP, Vasomedical Inc., Westbury, USA) ist ein neue Therapie zur Steigerung der koronaren und cerebralen Perfusion. Durch EKG-getriggerte diastolische Kompression der unteren Extremitäten wird eine zweite Pulswelle erzeugt. Erste Studien berichten über eine Visuszunahme bei Zentralarterienverschluß oder ischämischer Optikusneuropathie nach PECP. In dieser Studie wurde der Effekt der PECP auf den Blutfluß in der Arteria ophthalmica (AO) untersucht.

Methode: Bei 12 Probanden und 12 Pat. mit ausgeprägter Arteriosklerose wurde die Flußgeschwindigkeit (v) in der AO vor und bei PECP sonographisch bestimmt; bei 8 Normaldruckglaukom-Pat. (LTG) erfolgte dieselbe Messung.

Ergebnisse: * p<0,01

v [cm/s]

 

Mittel

Systolisch

Diastolisch

Probanden

vor PECP

28,1

36,1

21,6

bei PECP

26,5 (-5,7%)

28,9 (-19,9%)*

23,7 (+9,7%)

Arterioskl.

vor PECP

26,3

34,2

19,7

 

bei PECP

29,3(+11,4%)*

32,6 (-4,7%)

23,9(+21,3%)*



5 LTG-Pat. hatten eine normale, 3 (38%) eine gestörte Regulation unter PECP.

Diskussion: Beim Gesunden führt - im Gegensatz zum arteriosklerotischen Gefäß - die Autoregulation bei diastolischer Flußzunahme zur systolischen Flußabnahme. Die PECP ist damit ein gut diskriminierender Autoregulationstest. Die Flußzunahme bei Arteriosklerose erklärt auch ihren klinischen Effekt bei okulären Erkrankungen infolge Minderperfusion. Die unterschiedliche Regulation bei LTG weist auf eine vasoregulative Komponente bei diesen Glaukomen hin.

II. Med. Klinik und Augenklinik*, FAU, Erlangen


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