97. Jahrestagung der DOG 1999

K 36

SUBEPITHELIALE FIBROSIERUNG NACH KERATOPLASTIK BEI KERATOKONUS - 2 KASUISTIKEN

S. Gießler, F. Wilhelm, G. Jendral, U. Hammer, G. Duncker

Die penetrierende Keratoplastik ermöglicht nach Ausschöpfung der konventionellen Therapie eine visuelle Rehabilitation bei fortgeschrittenem Keratokonus.
Laut Literatur ist seit ca. 10 Jahren der Prozentsatz an perforieren-den Keratoplastiken, die wegen eines Keratokonus durchgeführt wurden, gleichgeblieben und beträgt zwischen 11-15%. Es werden zwei Kasuistiken dargestellt, wo wegen eines Keratokonus eine Keratoplastik durchgeführt wurde. Im weiteren Verlauf kam es in beiden Fällen zu einer ringförmigen, subepithelialen Fibrosierung im Nahtbereich. Diese Fibrosierungen wurden sowohl mechanisch als auch mit dem Excimerlaser abgetragen, und die Hornhaut anschließend geglättet. In beiden Fällen war die Hornhaut postoperativ deutlich klarer, der Visus stieg an.
Es gibt mehrere Theorien über die Ursache der aufgetretenen Fibrosierung. So wird beispielsweise vermutet, daß ein Keratokonus durch einen erhöhten Spiegel lysosomaler Enzyme in den epithelialen Basalzellen mit Störung des darunterliegenden Stromas hervorgerufen wird. Diese Reaktion kann auch nach einer Keratoplastik im Wundbereich weiter wirksam sein. Auf den Untergang des Stromas reagiert die Hornhaut mit einer vermehrten Fibrosierung als Reparaturmechanismus. Diskutiert wird auch eine umschriebene bakterielle Infektion im Nahtbereich, die ebenfalls zu einer solchen Fibrosierung nach Gewebedestruktion führt.

Halle/Saale


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