97. Jahrestagung der DOG 1999

R 354

MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER MINIMALINVASIVEN TRÄNENWEGSCHIRURGIE

K.-H. Emmerich

Die Endoskopie der ableitenden Tränenwege mit neu entwickelten miniaturisierten Endoskopen ist seit 1995 möglich und erlaubt die direkte Beurteilung der Schleimhaut der ableitenden Tränenwege. Zusätzlich ermöglichen an das Endoskop angeschlossene Zusatzinstrumente eine Rekanalisierung eines Verschlusses der ableitenden Tränenwege. Zur Verfügung stehen eine Erbium-Yag-Laser sowie ein miniaturisierter Bohrer, mit denen jeweils unter endoskopischer Kontrolle ein Tränenwegsverschluss geöffnet wird.
Als günstige Befunde für die Rekanalisierung zeigen sich reizfreie Verschlüsse im Bereich der Canaliculi oder des Tränensackes; die Erfolgsrate der Rekanalisierung liegt hier bei ca. 65%. Ungünstige prognostische Faktoren liegen vor bei submukösen Narbenbildungen infolge abgelaufener Dacryocystitiden.
Durch die dacryoendoskopisch gewonnenen Befunde hat sich das Verständnis von Erkrankungen der ableitenden Tränenwege deutlich gewandelt. Punktförmige Verklebungen als Ursache einer Tränenwegsstenose zeigen vor und hinter der Stenose häufig intakte Schleimhautverhältnisse, eine Rekanalisierung ist daher ohne umfangreiche operative Maßnahmen möglich.
Mikrochirurgische Operationsverfahren und die Dacryosystorhinostomia externa ergänzen das Spektrum der Möglichkeiten in der Tränenwegschirurgie.

Augenklinik, Klinikum Darmstadt, Heidelberger Landstr. 379, D-64297 Darmstadt


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