97. Jahrestagung der DOG 1999

V 348

BEHANDLUNG KAPILLÄRER LIDHÄMANGIOME MIT DEM CW-ND:YAG-LASER

S. Schmitz, N. Pfeiffer, S. Pitz

Das kapilläre Hämangiom ist der häufigste Tumor der Periorbitalregion im Kindesalter. Die Tumoren wachsen oft schnell und erfahren im zweiten Lebensjahr meist eine Regression. Bei Verlegung der optischen Achse durch den Tumor oder starken Liddruck auf den Augapfel droht jedoch Amblyopie, und das Hämangiom muß schnell verkleinert werden. Kryotherapie und Röntgenbestrahlung sind von erheblichen Nebenwirkungen begleitet. Wir berichten die Ergebnisse der Behandlung von Lidbehandlungen mit dem cw-Nd:YAG-Laser.

Patienten und Methode: Wir behandelten 18 Patienten mit Ober- und/oder Unterlidhämangiom im Alter von 2 Monaten bis 17 Jahren (Median: 4 Monate, Mittelwert: 20 Monate). Die Tumoren wurden gekühlt, komprimiert und durch eine Glasplatte mit einem cw-Nd:YAG-Laser behandelt (Fiberoptik 0,6 mm, Leistung 1-5 W, Expositionsdauer bis 6 Sek) bis zur beginnenden Ausbleichung der Tumoroberfläche. Bei 15 Patienten erfolgte die zusätzliche Injektion von Steroiden.

Ergebnisse: Bei allen Tumoren wurde eine Verkleinerung erreicht und die z.T. kosmetisch entstellende Rötung reduziert. Einzelne Gefäße wurden obliteriert. Bei ausgeprägten Hämangiomen konnte eine Amblyopie vermieden werden. Nebenwirkungen sind eine ausgeprägte initiale Schwellung, oberflächliche Verbrennung, Narbenbildung und Rezidiv. Ein Hämangiom erforderte zusätzliche systemische Interferontherapie, die aber wenig wirksam war. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 5 Monate.

Schlußfolgerung: Die Bestrahlung von kapillären Hämangiomen vor allem des frühen Kindesalters mit dem cw-Nd:YAG-Laser ist eine effektive Methode zur Verkleinerung der Tumoren und Verhinderung der Amblyopie. Die Laserbehandlung scheint weniger nebenwirkungsreich als Röntgenbestrahlung oder Kryotherapie.

Universitäts-Augenklinik Mainz, Langenbeckstr. 1, D-55101 Mainz


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