97. Jahrestagung der DOG 1999

V 291

HANS RIEKEN (1913 - 1943),
EINE FRÜHVOLLENDETE FORSCHERPERSÖNLICHKEIT

H. F. Piper

Rieken suchte und fand 1941 - 1943 ein Verfahren, den Ablauf der Dunkelanpassung des Auges unabhängig von den Angaben des Untersuchten zu verfolgen. Diesem tauchten im jeweiligen Schwellenbereich vorüberziehende Streifen auf, die einen opto-kinetischen Nystagmus auslösen. Mit solchen "behelfsmäßigen Mitteln" überprüfte er u. a. die Angaben von Soldaten, die sich als nachtblind gemeldet hatten, und verglich "objektive und subjektive Schwellen". Einen weiteren, unwillkürliche Augenbewegungen auslösenden Kunstgriff nannte er "Spiegelraumbewegung", der auf Tageslichtbedingungen zugeschnitten war. Das Bestreben, aus "psycho-optischen Reflexen" auf Gesichtssinnleistungen zu schließen, liegt auch der objektiven Sehschärfenbestimmung nach Ohm zugrunde. In den Handbüchern werden seine Arbeiten in 4 Kapiteln abgehandelt: unter (1) Dunkeladaptation, (2) Okulomotorik, (3) Komplexe Verhaltensautomatismen, (4) Simulation. Sie fallen damit in die Gebiete der Ophthalmologen, Physiologen, Neuro-Otologen und Psychologen. Rieken, 1913 geboren, wurde 1939 Assistent und später Oberarzt der Universitätsaugenklinik Kiel unter A. Meesmann, promovierte und habilitierte sich, erhielt den Axenfeldpreis und starb 1943 an Tbc.

Medizinische Universität zu Lübeck


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