97. Jahrestagung der DOG 1999

V 276

DIE ERSTEN BERICHTE ÜBER DIE KONKAVBRILLE IM 16. JAHRHUNDERT

G. Wollensak, T. Seiler

Die refraktive Chirurgie hat erst in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte bei der Behandlung der Myopie gemacht. Jedoch waren und sind Brillen nach wie vor von großer Bedeutung für die Korrektur der Myopie. Material und Methoden: Die im 16. Jahrhundert in lateinischer Sprache verfaßten Originalschriften von Joannes Archiepiscopus von Canterbury, Hollerius aus Paris, Porta, Maurolycus, Mercuriali aus Italien und Forestus aus Holland wurden bezüglich der Erwähnung der Concavbrillen übersetzt und ausgewertet. Ergebnisse: Die Concavbrille wurde von den Autoren als Mittel zur Behandlung der Myopie erwähnt und empfohlen. Jedoch waren die Erklärungen für die optische Wirkung der Concavlinse noch unvollkommen und fußten zumeist noch auf Vorstellungen Galens. Schlußfolgerungen: Die Concavbrille zum Ausgleich der Kurzsichtigkeit verbreitete sich im 16. Jahrhundert, während die Convexbrille zur Behandlung der Presbyopie bereits im 14. Jahrhundert eingeführt worden war. Die Anwendung war überwiegend empirisch, da die theoretisch-optische Erklärung für die Wirkung der concaven Gläser noch relativ unpräzise war.

Univ.-Augenklinik Dresden, Fetscherstr. 74, D-01307 Dresden


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