97. Jahrestagung der DOG 1999

V 268

SEKUNDÄRGLAUKOME NACH PARS-PLANA-VITREKTOMIE MIT SILIKONÖLTAMPONADE

A. Weber, O. Walter, S. Pavlovic, K. W. Jacobi

Die Pars Plana Vitrektomie (ppV) mit nachfolgender Silikonölendotamponade kann mit einer vorübergehenden oder dauerhaften Augeninnendruck-erhöhung einhergehen. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Inzidenz und den Verlauf von Sekundärglaukomen nach ppV zu erfassen.

Methode: Retrospektiv werden die Augeninnendruckwerte von 90 Patienten (93 Augen), die im Zeitraum von 12/1992 bis 12/1997 eine ppV mit Silikonöltamponade erhalten haben, ausgewertet. Das follow up beträgt mindestens 12 Monate (12 bis 57 Monate). Die Indikation für die Silikonöl-tamponade war in 54,8% der Fälle eine PVR-Amotio, bei 7,5% eine PDVR, bei 10,8% eine Riesenrißamotio und bei 15,0% eine penetrierende Bulbusverletzung. In 11,9% der Fälle lag eine andere Ursache vor (z.B. Endophthalmitis, subretinale Blutung, Uveitis, Makulaforamen)

Ergebnisse: Bis zur letzten Kontrolluntersuchung ist bei 61,5 % der Patientenaugen das Öl bereits entfernt worden. Bei 79,1% der Augen lag die Netzhaut bei der letzten Kontrolle komplett an. Bei 20,9% lag eine PVR-Re-Amotio vor. Bei 78% der Augen blieb der Augeninnendruck innerhalb der ersten Woche ohne Therapie reguliert. Eine frühe Augeninnendruck-dekompensation (>25mmHg innerhalb der ersten Woche) trat bei 18,7% der Patientenaugen auf. 17,6% der Fälle wurden mit lokaler und/oder systemischer antiglaukomatöser Therapie, jedoch mit reguliertem Augeninnendruck entlassen. 4,4% der Augen hatten eine nachhaltige Augeninnendruckerhöhung von länger als einer Woche.
Eine späte Augeninnendruckerhöhung (AT >25mmHg zum Zeitpunkt der letzten Kontrolle) lag bei 14,7% der Augen vor. Bei 72,8% davon war der Augeninnendruck mit antiglaukomatöser Therapie reguliert. Bei 8,9% der Augen war aufgrund eines Sekundärglaukoms ein antiglaukomatöser chirurgischer Eingriff notwendig.

Schlußfolgerung: Eine frühe Augeninnendruckerhöhung ist bei Silikonöltamponade häufig. Bei 14,7% besteht sie dauerhaft. In den meisten Fällen läßt sich der Augeninnendruck regulieren, nur selten ist ein antiglaukomatöser chirurgischer Eingriff nötig.

Universitäts-Augenklinik Gießen, Friedrichstr. 18, D-35385 Gießen


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