97. Jahrestagung der DOG 1999

K 254

PERIMETRIEBEFUND UND FAHRTAUGLICHKEIT - "WIEVIEL GESICHTSFELD" BRAUCHT EIN AUTOFAHRER ?

U. Schiefer, R. Hofer, H. Wilhelm


Fragestellung: Seit dem 01.01.1999 ist die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in Kraft. Sind die dort aufgeführten Gesichtsfeld-bezogenen Kriterien hinreichend zur Bewertung der Beurteilung der Fahrtauglichkeit?

Methodik: Ausgewählte Defekte mit Auswirkungen auf das binokulare Gesichtsfeld wurden photographisch dokumentierten, verkehrsrelevanten Szenarien digital Überlagert und vermitteln so einen Eindruck der tatsächlichen visuellen Beeinträchtigung.

Ergebnisse: Die dargestellten Befundbeispiele belegen, daß eine ausschließliche Bewertung der mit lichtstarken Testmarken ermittelten Gesichtsfeldaußengrenzen für eine Beurteilung der Fahrtauglichkeit unzureichend ist. Sie belegen die besondere Bedeutung und Auswirkung binokularer Skotome, die den (para-)zentralen Gesichtsfeldbereich beeinträchtigen. Die gesetzlichen Vorschriften und die aktuellen Empfehlungen der DOG-Verkehrskommission in diesem Zusammenhang werden kritisch gewürdigt.

Diskussion / Schlußfolgerung: Die seitens der aktuell vorliegenden Fahrerlaubnis-Verordnung dargelegten Gesichtsfeld-Kriterien erscheinen aus verkehrsophthalmologischer Sicht nicht hinreichend zur Beurteilung der Fahrtauglichkeit. Eine Berücksichtigung (para-)zentraler Gesichtsfelddefekte ist unbedingt geboten.

Universitäts-Augenklinik, Abt. II, Schleichstr. 12-16, D-72076 Tübingen


Zurück