K 249

GLAUKOMGESICHTSFELDER BEI HERABGESETZTER LEUCHTDICHTE

A. Castro*, H. Krastel+, I. Eggers+, A. Scheuerle


Hintergrund: Schon beim Normalbeobachter verringern sich mit dem Leuchtdichteniveau Kontrast- und Lichtunterschiedsempfindlichkeit (LUE). Die Dunkeladaptationsstörung bei Glaukomen (AMANN, JAYLE) wird perimetrisch deutlich, wenn man Gesichtsfelder vergleichend bei normaler und herabgesetzter Leuchtdichte registriert.

Methodik, Patientengut: Mit Graufilter und Aubertblende werden am Tübinger Automatik Perimeter die Leuchtdichten von Stimulus und Umfeld um 1,3 Zehnerpotenzen herabgesetzt. Das Verhältnis von Stimulus- zu Umfeldleuchtdichte bleibt konstant. Bei Standard- und herabgesetzter Leuchtdichte wird je ein 30 Grad Schwellengesichtsfeld registriert. Das Dämmerungssehen wird zusätzlich am Mesoptometer geprüft. Die Größe der Papillenexcavation wird geschätzt (CDR, Tiefe in dpt), sowie mit dem Heidelberg Retina Tomograph gemessen. 19 Normalprobanden (32 - 57) und 27 Patienten (34 - 62 Jahre) mit chronischen Glaukomen werden untersucht.

Ergebnisse: Die LUE verringert sich mit Abnahme des Leuchtdichteniveaus und mit Zunahme der Papillenexcavation. Bei der Gruppe der Patienten mit chronischen Glaukomen ist der Verlust an LUE bei Abdunklung signifikant ausgeprägter (p < 0,05) als bei der normalen Referenzgruppe.

Diskussion: Die Dunkelanpassungsstörung bei glaukomatösen Sehnervenschäden bewirkt Verschlechterung des Gesichtsfeldbefundes bei reduzierter Leuchtdichte. Die kombinierte Forderung an Dunkeladaptation und an LUE erfaßt ausgeprägtere Pathologie als die Standard-Perimetrie allein. Die Ergebnisse sind für die klinische Diagnostik und für die Patientenberatung relevant, besonders im Hinblick auf die Verkehrsophthalmologie.

Univ.-Augenklinik (Leiter Prof. H. E. Völcker), INF 400, D-69120 Heidelberg, unter Mitarbeit von Dora Berger und Helene Jurk-Rempel. Mit Unterstützung der Fa. Oculus, der DFG (+Kr 584/2-3) und des KAAD *.