97. Jahrestagung der DOG 1999

V 242

KLINISCH-GENETISCHE KORRELATION VERSCHIEDENER TYPEN DER SPÄTEN AMD MIT MUTATIONEN IM GEN FÜR M. BEST (VMD2)

D. Pauleikhoff (1), M. Radermacher (1), F. Krämer (2), K. White (2), B. H. F. Weber (2).

Für die Entstehung einer späten AMD wird eine genetische Grundlage postuliert. Dies konnte z.B. in verschiedenen klinischen Studien über die Symmetrie der AMD und bei eineiigen Zwillingen geschlossen werden. Deshalb ist die Suche nach Kandidatengenen für das Verständnis der Pathogenese der AMD von zentraler Bedeutung. Bei diser Suche wurde in einer Studie wurde der Zusammenhang der Vorliegens einer geographischen Atrophie des RPE mit einer Mutation im Stargardt-Gen vermutet. Da kürzlich auch die verschiedenen Mutationen im Gen für M. Best (VMD2) gefunden wurden, ist es von großer klinischer Bedeutung, ob entsprechende Mutationen auch bei Patienten mit einer AMD festzustellen sind. Die vorliegende Untersuchung analysiert das Auftreten der verschiedenen Mutationen im VMD2-Gen bei Patienten mit verschiedenen Typen einer altersabhängigen Makuladegeneration.

Patienten und Methode: Für die Untersuchung wurden Blutproben von 200 Patienten mit einer klinisch genau klassifizierten späten AMD analysiert (100 Patienten mit einer geographischen Atrophie des RPE, 100 Patienten mit einer exudativen AMD, mittleres Alter 75,6 J., 55-93 J.). Als Kontrolle wurden 140 Patienten gleichen Alters herangezogen, deren Fundusbild höchstens einzelne Drusen aufwies (mittleres Alter 79,2 J., 50-102 J.). Bei allen Proben wurden 10 kodierende Exone des VMD2 Gen (Gen für M. Best) untersucht mittels SSCA (single stranded conformational analysis). Individuelle Exone wurden mittels PCR analysiert und danach sequenziert.

Ergebnisse: In der AMD-Gruppe konnte im Vergleich zur Kontrollgruppe keine krankheitsassoziierte Veränderung sowohl in der atrophischen AMD-Gruppe als auch in exsudativen AMD-Gruppe mit einer Mutation im VMD2-Gen festgestellt werden. Es konnten lediglich zwei Mutationen in der AMD-Gruppe beobachtet werden, die aber nicht zu einem Aminosäureaustausch führen. Ferner konnte eine moderat polymorphes Allel beim Nukleotid 219 festgestellt werden, daß sowohl in den AMD-Gruppen wie in der Kontrollgruppe vorhanden war. Die Häufigkeit von Nukleotid-Veränderungen bei den vier am häufigsten im VMD2-Gen vorkommenden intragenen Polymorphysmen wurde analysiert ohne einen signifikanten Unterschied zwischen den drei Studiengruppen.

Schlußfolgerung: Aufgrund der vorliegenden klinisch-genetischen Korrelationen kann eine Mutation im Best-Gen als Ursache für eine späte AMD ausgeschlossen werden. Da sowohl bei der AMD als auch beim M. Best eine Ansammlung von Lipufuszin-Granula im RPE zu beobachten ist, aber nach den vorliegenden Ergebnissen unterschiedliche Mutationen diesen Erkrankungen zu Grunde liegen, kann erneut die Lipufuszinansammlung als ein unspezifisches Resultat verschiedener genetischer Defekte interpretiert werden. Da das Best-Gen als Kandidatengen für die AMD ausgeschlossen wurde, muß die Suche nach weiteren Genen fortgesetzt werden. Gefördert durch die Pro Retina Deutschland e.V.

(1)Augenabt. St. Franziskus Hospital, Hohenzollernring 72/74, 48145 Münster
(2)Inst. für Humangenetik, Universität Würzburg, Am Hubland, 97074 Würzburg


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