97. Jahrestagung der DOG 1999

V 241

IMMUNHISTOCHEMISCH-BIOCHEMISCHE KORRELATION DER ALTERS-VERÄNDERUNGEN DER BRUCHSCHEN MEMBRAN

S.Wojtecki (2), M.Peuser (2), D.Müller (3), A.Heiligenhaus (2), D.Pauleikhoff (1)

In der Patogenese der AMD insbesondere der PE-Abhebungen wird die Entwicklung einer hydrophoben Barriere in der Bruchschen Membran (BM) postuliert, die durch den altersabhängingen Anstieg von Lipidablagerungen in der BM zusammenhängen. Da aber histologisch bei PE-Abhebungen eine Abhebung des RPE mit seiner Basalmembran von den anderen Schichten der BM sichtbar ist, muß zusätzlich ein Rückgang der Adhäsionsmoleküle der RPE Zellen bestehen. Die Anheftung der RPE Zellen zur BM wird durch die adhäsive Moleküle Laminin, Fibronectin und Kollagen IV hergestellt. Die vorliegende Studie untersucht die altersabhängigen Präsenz dieser adhäsiven Komponenten in der BM und die Korrelation mit Lipidablagerungen.

Material, Methode: Makuläre Gewebsstücke von 50 Spenderaugen unterschiedlichen Alters wurden untersucht. Die Lipidzusammensetzung wurde mittels Hystochemie (Oil red O, Sudan black b) und Gaschromatographie analysiert. Die Ergebnisse wurden mit den Färbecharakteristika der immunhistochemischen Analysen mit Markern für Kollagen IV, Fibronectin und Laminin in der BM korreliert.

Ergebnisse: Bei Spendern <40J konnte für Kollagen IV, Laminin und Fibronectin eine intensive Anfärbung in der Basalmembran des RPE und der Kapillarendothelien nachgewiesen werden. Bei Spender 40-70 J. war eine abnehmende Färbeintensität für alle drei Marker besonders in der Basalmembran des RPE zu sehen. Bei Spender >70J war keine Anfärbbarkeit für die genannten Moleküle in der Basalmembran des RPE und eine verminderte in der der Kapillarendothelien nachweisbar. Diese Änderung der Adhäsionsmoleküle korrelierte mit dem altersabhängigen Anstieg der Färbeintensität für Lipide in der BM und der Menge der aus der BM extrahierten Lipide.

Schlußfolgerung: Der altersabhängige Anstieg der Lipidablagerungen in der BM bestätigt das Konzept der Entstehung einer hydrophoben Barriere. Dieses Phänomen korreliert mit einer altersabhängig abnehmenden Anfärbbarkeit für unterschiedliche Adhäsionsmoleküle in der Basalmebran des RPE und der Kapillarendothelien. Dieser Rückgang der Adhäsionseigenschaften der PE-Zellen zu den anderen Schichten der BM in Assoziation mit der zunehmenden Lipidablagerung kann die Entstehung einer Abhebung der Pigmentepithelzellen von den äußeren Schichten der BM ermöglichen und unterstützt das patogenetische Konzept für die Entstehung einer PE-Abhebung.

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG HE1877/91)

(1) Augenabt. St. Franziskus Hospital, Hohenzollernring 72/74, 48145 Münster
(2) Universitätsaugenklnik Essen, Hufelandstr. 55, 44122 Essen
(3) Inst. für Mikrobiologie Universität Essen, Hufelandstr. 55, 44122 Essen


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