97. Jahrestagung der DOG 1999

K24

Juxtapapilläre Kapillardichte ist erniedrigt in "Low Tension Glaukom"

G. Michelson, J. Harazny, J. K. E. Welzenbach

Absicht: Die nichtinvasive Messung der Kapillardichte der juxtapapillären Netzhaut in Augen mit "Low Tension Glaukom" (LTG). Methode: Die Kapillardichte der juxtapapillären Netzhaut wurde bestimmt mittels der Scanning Laser Doppler Flowmetrie (Heidelberg Engineering, HRF) und einer speziellen Auswertemethode (AFFPIA, Michelson et al, BJO 1998;82:1294-1300). Die Basis der Kapillardichtebestimmung sind Perfusionsbilder mit Darstellung der Gefäße und Kapillaren. Mittels automatischer Bildanalyse werden die Abstände zwischen den Gefäßen und den Kapillaren in um bestimmt. Die Intraobserver-Reliabilität wurde bestimmt durch Untersuchung von 10 Augen von 10 Personen an 5 verschiedenen Tagen durch einen Untersucher. Interobserver-Reliabilität wurde evaluiert durch Auswerten von 10 Perfusionsbilder durch 5 verschiedene Operatoren. Es wurden die Kapillardichten der juxtapapillären Netzhaut und des Papillenrandes von 93 Augen von 71 Gesunden bestimmt (mittleres Alter 57±f8 J, mean defect 0.8±0.23 dB, IOP 16±2mmHg) und in 29 Augen von 15 Patienten mit LTG (mittleres Alter 60±8 years, mean defect 6.5±5.6 dB, IOP). Die statistische Analyse wurde mittels des nicht-parametrischen Mann-Whitney-Wilcoxon Test durchgeführt. Ergebnisse: Die Intraobserver Reliabilität betrug 0.74, die Interobserver-Reliabilität war 0.95. In LTG-Augen war der mittlere Abstand zur nächsten Kapillare signifikant erhöht mit 28±11 um (Kontrolle 21±±6.5 um, p<0.00001). Kapillarabstände größer 60um waren zu finden in 12% der Netzhautfläche bei LTG-Augen (Kontrolle in 4%, p<0.0001). Schlußfolgerung: Scanning Laser Doppler Flowmetrie erlaubt die Messung des morphologischen Parameters "Kapillardichte" in um. Wir fanden, daß die Kapillardichte in der juxtapapillären Netzhaut bei LTG signifikant vermindert ist.
Unterstützt von DFG, SFB 539

Augenklinik mit Poliklinik, Universität Erlangen-Nürnberg


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