97. Jahrestagung der DOG 1999

R 237

NEUROPROTEKTIVE STRATEGIEN IN DER BEHANDLUNG RETINALER DEGENERATIONEN

S. Thanos, D. Fischer, M. Pavlidis

Retinale Degenerationen sind ätiologisch heterogene Erkrankungen, die entweder erblich (Dystrophien) oder erworben (Trauma, Glaukom) auftreten können. Sie können einzelne retinale Areale (Makula) oder bestimmte Zelltypen (Retinopathia pigmentosa) betreffen und im Hinblick auf die Progression sehr unterschiedlich verlaufen. Gemeinsame Endstrecke vieler Degenerationen ist ein entsprechender funktioneller Ausfall im Sinne einer Visusabnahme oder eines Skotoms. Die funktionellen Ausfälle sind in der Regel irreversibel, weil retinale Zellen als zentralnervöse Elemente nicht regenerationsfähig sind und deshalb nach ihrer Degeneration nicht mit ihresgleichen ersetzt werden können. Die modernen Konzepte der Neuroprotektion basieren auf der Tatsache, daß man eine zunehmende Zahl von neurotrophen und neuroprotektiven Substanzen gefunden hat. Deren Wirkung ist heterogen und richtet sich entweder direkt auf die betroffenen retinalen Nervenzellen oder indirekt auf die Gliazellen. Er werden verschiedene Mechanismen der Neuroprojektion vorgestellt. In erster Linie werden Faktoren diskutiert, die bei Ganglienzellen wirksam sind. Am Beispiel von Tiermodellen für retinale Degeneration werden künftige klinisch relevante Strategien aus dem molekularophthalmologischen und zellbiologischen Bereich vorgestellt. Ein besonders zukunftsorientiertes Konzept ist die somatische Gentherapie.

Univ.-Augenklinik, Experimentelle Ophthalmologie, Domagkstr. 15, D-48149 Münster


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