97. Jahrestagung der DOG 1999

K236

EINFLUSS DER MEMBRANDIFFERENTIALFILTRATION AUF HÄMORHEOLOGISCHE UND FUNKTIONELLE PARAMETER BEI DER ALTERSABHÄNGIGEN MAKULADEGENERATION - EINE RANDOMISIERTE STUDIE

R. A. Widder, R. Brunner, P. Walter, C. Lüke, E. Godehardt, H. Borberg


Fragestellung: Mittels der Membrandifferentialfiltration lassen sich hochmolekulare Proteine und Lipide aus dem Blut entfernen, was zu einer Optimierung hämorheologischer Parameter führt. Die vorliegende Studie untersucht, ob durch diese Veränderung eine Visusverbesserung bei Patienten mit AMD bewirkt werden kann.

Patienten und Methoden: 40 Patienten (40 Augen) wurden randomisiert in eine Behandlungs- und Kontrollgruppe unterteilt. In beiden Gruppen zeigten 9/20 Augen eine subretinale Neovaskularisation. In der Behandlungsgruppe wurden fünf Behandlungszyklen mit dem Rheofilter AR-2000 (Asahi Medical Tokyo) über einen Zeitraum von 21 Wochen durchgeführt. Hauptzielparameter der Studie war der Visus, der mit ETDRS-Tafeln bestimmt wurde. Zusätzlich wurde an funktionellen Parametern eine Bestimmung von ERG, EOG und der makulären visuell evozierten Potentiale durchgeführt. Hämorheologische und biochemische Parameter wurden ebenfalls bestimmt.

Ergebnisse: Die 20 Patienten, die wiederholt über einen Zeitraum von 21 Wochen behandelt wurden, zeigten einen mittleren Visusanstieg von 0.63 Zeilen (SA 1.8) auf der ETDRS Tafel während die Kontrollgruppe im gleichen Zeitraum eine Verschlechterung von 0.94 Zeilen (SA 1.7) im Vergleich zum Ausgangswert aufwies. Die Amplituden der photopischen a-Welle und des Flicker ERG stiegen signifikant während der Behandlungsperiode. Die rheologischen Parameter zeigten bei allen Patienten eine signifikante Veränderung.

Schlußfolgerung: Die Studie zeigt, daß die Membrandifferentialfiltration bei Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration zu funktionellen Verbesserungen führen kann. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob die Selektion von Patienten und Untergruppen für die Membrandifferentialfiltration durch morphologische und funktionelle Kriterien optimiert und ob eine individuelle Behandlungsstrategie konzipiert werden kann.

Zentrum für Augenheilkunde und Hämapherese des Zentrums für Innere Medizin der Universität zu Köln, D-50924 Köln,
Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, D-44225 Düsseldorf


Zurück