97. Jahrestagung der DOG 1999

K232

DIODENLASER-THERMOKERATOPLASTIK ZUR HYPEROPIE-KORREKTUR - ERGEBNISSE EINER ZWEI-CENTER-STUDIE

M. Derse, T. Bende, B. Wannke, B. Mathys, B. Jean

Mit dem continuos wave (cw) Diodenlaser (1,9µm) steht seit 2 Jahren ein Laser zur Verfügung, der gegenüber gepulsten Lasern eine deutlich günstigere Gewebewechselwirkung erzielt. Dies läßt stabile höhere Korrekturwerte durch eine Optimierung der Koagulation erwarten.

Patienten & Methoden: An über 100 Augen wurde der Rodenstock LTK 1.9 Diodenlaser (Fa. Rodenstock Instr., Ottobrunn) mittels eines Kontaktapplikators zur Hyperopie-Korrektur eingesetzt. Diese Patientengruppe umfaßt neben der natürlich auftretenden Hyperopie auch Augen mit sekundärer Hyperopie nach Myopiekorrektur. Die präoperative Hyperopie lag zwischen +0,75 Dioptrien und +6,5 Dioptrien. Das Alter der Patienten lag zwischen 21 und 62 Jahren. Die Operationen wurden nach einem standardisierten Protokoll mit einem oder 2 Ringen von je 8 Koagulationsherden und einem Koagulationszonen-Durchmesser (KD) zwischen 6 und 9 mm durchgeführt.

Ergebnisse: Derzeit kann über 42 Augen mit einer Nachbeobachtungszeit von 6 bis 30 Monaten berichtet werden. Der erzielte Korrekturbetrag ist vom KD abhängig und liegt zwischen 0,75 Dioptrien und 4,5 Dioptrien (im Mittel 3,5 dpt bei 6 mm KD und 2,5 dpt bei 7 mm KD). Stabilität kann 3 bis 6 Monate postoperativ beochtet werden. Die erreichte Korrektur an Augen mit sekundärer Hyperopie nach PRK ist bei gleichen OP-Parametern höher. Bei keinem Patienten konnte bislang ein Verlust des besten Brillenvisus von mehr als einer Zeile beobachtet werden.

Schlußfolgerung: Die Diodenlaser-Thermokeratoplastik stellt ein gering invasives Verfahren zur Hyperopiekorrektur dar, das nach bisherigen Beobachtungen nicht das Regressionsverhalten gepulster Laser zeigt. Sie ist eine Alternative zur Hyperopie-PRK bzw. ¬≠LASIK, wobei der Vorteil darin besteht, daß das Zentrum unbehandelt bleibt und keine zentralen Narben auftreten können.

DEOS, Univ.-Augenklinik Tübingen Abt. I, Derendinger Str. 41, D-72072 Tübingen


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