97. Jahrestagung der DOG 1999

R 228

DERMIS-FETT-TRANSPLANTATION ALS ORBITAIMPLANTAT

C. Hintschich

Die Verwendung eines Orbitaimplantates nach Enukleation stellt die beste Voraussetzung für eine optimale Prothesenanpassung und ein gutes funktionelles und kosmetisches Ergebnis dar; ein manifestes Postenukleationssyndrom kann durch sekundäres Orbitalimplantat korrigiert werden. Vielfältige alloplastische Orbitaimplantate stehen hierfür zu Verfügung. Einziges gebräuchliches autologes Implantat ist das Dermis-Fett-Transplantat (DFT). In Europa wurde die Methode der Dermis-Fett-Transplantation bereits Anfang des 20. Jahrhunderts angewendet, geriet durch die Entwicklung modernerer alloplastischer Implantate jedoch in Vergessenheit und wurde in den siebziger Jahren in den USA neu entdeckt. An der Universitätsaugenklinik in München werden DFT`s seit 1991 verwendet.
Im Referat werden die Indikationen für primäre und sekundäre Implantation erörtert. Die Operationsmethode, bei der körpereigenes, an der Dermis haftendes Fettgewebe aus der Glutealregion in die Orbita transplantiert wird, wird dargestellt. Mögliche Komplikationen, deren Management und die Langzeitergebnisse werden vorgestellt. Berichtet wird über erste Ergebnisse nach der Dermis-Fett-Transplantation bei Kindern. Das autologe DFT stellt eine sichere Alternative zu alloplastischen Orbitaimplantaten dar. Seine Vorteile bestehen in der steten Verfügbarkeit und der Vermeidung von Fremdmaterial, der Bildung einer ebenen Rückfläche in der Augenhöhle mit tiefen Umschlagfalten und damit guter Voraussetzung für die Prothesenanpassung sowie ausgezeichneter Motilität. Bei primären Implantaten bleibt der Volumeneffekt über die Zeit stabil, bei sekundären muß jedoch mit einer Schrumpfung gerechnet werden gerade bei komplizierten und geschrumpften Augenhöhlen stellt jedoch die Methode der sekundären Dermis-Fett-Transplantation häufig die einzig erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit dar. Zu den Nachteilen der Dermis-Fett-Transplantation zählen der höhere operative Aufwand, die Narbe am Entnahmesitus, vereinzeltes Wachstum von Haaren auf dem Transplantat und eine mit 4-6 Wochen verlängerte Einheilungszeit.

Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität, Mathildenstr. 8, 80636 München


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