97. Jahrestagung der DOG 1999

R 220

MAKULAROTATION - 2 JAHRE ERFAHRUNG IN DER BEHANDLUNG DER ALTERSBEDINGTEN MAKULADEGENERATION

C. Eckardt, U. Eckardt

Zwischen Februar 1997 und Februar 1999 wurde bei 47 Patienten mit einer altersbedingten Makuladegeneration eine Makularotation vorgenommen. Über die Ergebnisse wird berichtet.

Material und Methode: Operiert wurde jeweils stets das funktionell bessere Auge, das wenige Tage bis Wochen zuvor noch ein Lesen ohne Probleme zugelassen hatte. Intraoperativ wurde nach Netzhautablösung, 360 Grad Retinotomie und Entfernung der choroidalen Neovaskularisationsmembran (CNV) die Netzhaut je nach Defekt des retinalen Pigmentepithels (RPE) zwischen 20 und 45 Grad um den Sehnerv nach oben rotiert und Siliconöl oder Gas injiziert. Bei 43 Patienten wurde zusätzlich durch Muskelchirurgie eine Gegenrotation des Bulbus herbeigeführt, um die durch die Netzhautdrehung bedingte Inzyklotropie zu kompensieren.

Ergebnisse: Intraoperativ gelang es in 3 Augen nicht, die Makula genügend weit aus dem RPE-Defekt zu verlagern. In einem Auge kam es bei der Rotation zu einem posterioren Netzhautriß. Postoperativ konnte das Siliconöl aus allen Augen wieder entfernt werden (durchschnittlich 6 Wochen nach Makularotation). 32 Augen erhielten eine Vorderkammerlinse, 12 Augen primär einer Hinterkammerlinse, 2 Augen waren bereits pseudophak. In 4 Augen kam es zu einer umschriebenen, durch Gastamponade gut zu behandelden Netzhautablösung; in 3 Augen zu einer PVR. In 3 Augen entwickelte sich ein Rezidiv der CNV; in 4 Augen ein zystoides Makulaödem. Bei der letzten Untersuchung wiesen 14 Augen einen Fernvisus von 0.4 oder besser auf und 25 Augen einen Nahvisus von mindestens 0.4 (Oculus-Tafeln). Alle Patienten, die eine Muskeloperation erhalten hatten, empfanden weder eine Diplopie noch einen schägen Seheindruck.

Schlußfolgerung: In der Hälfte der Fälle konnte durch die Netzhautrotation die foveale Funktion und somit ein Lesesehvermögen wiederhergestellt werden. Durch die Muskelchirurgie konnten Diplopie und Zyklotropie vermieden, bzw. wirkungsvoll behandelt werden.

Augenklinik der Städtischen Kliniken Frankfurt a. M.-Höchst, Gotenstr. 6-8, D - 65929 Frankfurt


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