97. Jahrestagung der DOG 1999

K216

LANGZEITERGEBNISSE DER KOMBINIERTEN KATARAKT-GLAUKOM-OPERATION BEI PRIMäREM CHRONISCHEN OFFENWINKELGLAUKOM UND PSEUDOEXFOLIATIONSGLAUKOM

A. H. Heuring, W. W. Hütz, H. B. Eckhardt


Einleitung: Die kombinierte Katarakt-Glaukom-Operation wird aufgrund ihrer guten Ergebnisse in den letzten Jahren zunehmend häufiger bei Patienten eingesetzt, bei denen beide Erkrankungen gleichzeitig vorliegen. Trotz der zahlreichen Studien zu diesem Thema fehlen aber weitgehend Untersuchungen, die zwischen primärem chronischen Offenwinkelglaukom (POWG) und sekundärem chronischen Offenwinkelglaukom durch Pseudoexfoliationen (PEXG) differenzieren.

Methodik: Es wurden Patienten erfaßt, bei denen zwischen 1993 und 1997 erstmalig eine kombinierte Phakoemulsifikation und Goniotrepanation durchgeführt wurde und die mindestens 12 Monate klinisch nachuntersucht werden konnten (mittleres Follow-up 39,5 Monate).

Ergebnisse: Insgesamt wurden 100 Augen mit POWG (72 Patienten) und 22 mit PEXG (19 Patienten) nachbeobachtet: Der Median des präoperativen Visus der POWG betrug 0.32 (PEXG 0,25), bei der postoperativen Spätkontrolle 0,63 (POWG) bzw. 0,5 (PEXG). Der durchschnittliche präoperative IOD der PEXG (31,8 + 10,3 mm Hg) war deutlich höher als der der POWG (25,3 + 6,4 mm Hg) (p=0,0004). Im Langzeitverlauf resultierte für beide Glaukomentitäten eine ausgeprägte Augeninnendrucksenkung auf 16,7 + 2,8 mm Hg (POWG) bzw. 15,1 + 4,0 mm Hg (PEXG) (p< 0,0001), wobei die absolute Drucksenkung für PEXG gegenüber POWG statistisch hoch signifikant war (p=0,0003). Während vor der Operation alle Patienten medikamentös eingestellt waren, benötigten bei der Follow-up-Kontrolle 59,0% der POWG und sogar 81,8% der PEXG keine Medikamente mehr.

Schlußfolgerung: Kombinierte Katarakt-Glaukom-Operationen liefern sowohl für POWG, als auch für PEXG langfristig sehr gute Ergebnisse. Dabei scheint die Effizienz für PEXG hinsichtlich der absoluten Augeninnendrucksenkung größer als bei POWG zu sein. Darüberhinaus scheinen PEXG postoperativ seltener einer additiven medikamentösen Therapie zu bedürfen, was zukünftig bei der Indikationsstellung zur Operation Berücksichtigung finden sollte.

Augenklinik Bad Hersfeld, Seilerweg 29, D ­ 36251 Bad Hersfeld


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