97. Jahrestagung der DOG 1999

V 215

KOMBINIERTE KATARAKT - GLAUKOMOPERATION MITTELS TIEFER SKLEREKTOMIE STATT GONIOTREPANATION IN DER INTRA - UND FRÜHEN POSTOPERATIVEN PHASE

A. Mohr , M. Rais , C. Eckardt


Einleitung: Die tiefe Sklerektomie stellt ein weiteres operatives Verfahren in der Therapie der Glaukome dar, das zunehmend breitere Akzeptanz findet. Bei therapierefraktärem Glaukom und gleichzeitiger Katarakt wird am häufigsten die Trabekulektomie oder Goniotrepanation mit der Phakoemulsifikation kombiniert. Da dieser Eingriff wegen seiner hohen Rate an unerwünschten Begleiterscheinungen in seiner Indikationsbreite begrenzt ist, wären operative Alternativen zu begrüßen. Wir untersuchten deshalb, ob die tiefe Sklerektomie in Kombination mit einer Phakoemulsifikation sowohl bezüglich der intra- und postoperativen Komplikationen als auch der postoperativen Tensionskontrolle eine sinnvolle Erweiterung des operativen Spektrums darstellen könnte.

Patientengut: Insgesamt wurde bei 12 Patienten ein kombinierter Eingriff bestehend aus tiefer Sklerektomie und Phakoemulsifikation durchgeführt. Bei 3 Patienten wutrde nach Freilegung des Schlemm´schen Kanals der Zugang einseitig und bei 9 Patienten zweiseitig durchgeführt. Eine Fistulation unter die Bindehaut wurde angestrebt. Die durchschnittliche Nachbeobachtung lag bei 7,5 Wochen ( 4 - 14 Wochen ). Die Ergebnisse wurden mit einem früheren Kollektiv von 23 Augen das mit Goniotrepanation und Phakoemulsifikation operiert worden waren, verglichen.

Ergebnisse: Der operative Schwierigkeitsgrad der tiefen Sklerektomie war deutlich höher als bei der Goniotrepanation, was in 4 Fällen in einer Mikroperforation resultierte. Ein Hyphäma trat insgesamt zwar insgesamt in 25 % der Fälle und damit fast gleich häufig wie bei der Goniotrepanation auf, jedoch nur bei Patienten , die einseitig operiert worden waren. Im Gegensatz zur Goniotrepanation war die Vorderkammmer postoperativ jedesmal mitteltief. Eine Fibrinreaktion mit hinteren Synechienbildung fand sich bei keinem Patienten. Eine Hypotonie ( T < 8 mm Hg ) war ebenfalls nicht zu verzeichnen. Bezüglich der Tensioregulierung mußte bei 5 Patienten ( 41,6 % ) eine postoperative medikamentöse Therapie wieder angesetzt werden.

Schlußfolgerung: Der reizarme Befund in der frühen postoperativen Phase rechtfertigt unseres Erachtens auch den erhöhten Schwierigkeitsgrad und die damit verlängerte Operationsdauer. Ob die höheren Druckwerte in der frühen postoperativen Phase im Gegensatz zur Goniotrepanation für eine langfristige Glaukomkontrolle ausreichend sind, muß durch Langzeitbeobachtungen evaluiert werden.

Augenklinik Städtische Kliniken , Gotenstrasse 6 - 8 , 65929 Frankfurt/Main


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