97. Jahrestagung der DOG 1999

VF 206

EIN NEUES NACHFÜHRSYSTEM FÜR DAS OPERATIONSMIKROSKOP

G. Richard *, R.-R. Grigat **, K. Wiehler **

Die Mikrochirurgie erlaubt, die Strukturen des Auges morphologisch präzise zu therapieren. Die 5- bis 20-fache Vergrößerung ist jedoch zwangsläufig mit einer Verkleinerung des Bildausschnittes verbunden und bringt ein bislang ungelöstes Problem mit sich: Gewollte oder ungewoll-te Bewegungen des Patienten führen dazu, daß das Bild nicht zentriert ist. Dadurch kann das optimale Blickfeld nicht genutzt werden, so daß die Bild-ausleuchtung und die optische Abbildungsqualität leiden. Dies stört auch erfahrene Operateure. Um das Problem zu lösen, wurde von der Universitäts-Augenklinik Hamburg in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg und der Industrie ein Nachführsystem für Mikroskope entwickelt.

Für die computerunterstützte Nachführung des Operationsmikroskops sind vier Schritte erforderlich:
1. Zunächst werden die Videobilddaten in Echtzeit mittels einer Framegrabber-Karte aus dem Videobildsignal der Kamera ermittelt.
2. Anschließend wird mittels der Hough-Transformation der Iris-Mittelpunkt im Videobild ermittelt.
3. Von besonderer Bedeutung ist, die Genauigkeit der ermittelten Daten abzuschätzen und fehlerhafte Resultate zu unterdrücken.
4. Bei korrekter Erkennung der Irismitte werden die Positionsdaten an einen Computer übergeben, der die Mikroskopmotoren steuert und das Mikroskop nachführt.

Das Verfahren hat sich außerordentlich bewährt, erfordert jedoch eine gewisse Eingewöhnung. Gerade Patienten, die in örtlicher Betäubung operiert werden, profitieren davon. Die größere Sicherheit des Eingriffes, die durch das neue System erreicht werden kann, begünstigt den Erfolg der Operation.

* Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf, D-20246 Hamburg
** Technische Universität Hamburg-Harburg, Abt. Technische Informatik, Harburger Schloßstr. 20, D-21079 Hamburg


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