97. Jahrestagung der DOG 1999

VF 205

SKIASKOPIE BEI ASPHÄRISCHEN INTRAOKULARLINSEN

E. H. Roth, C. Hoffmann, H. Ludwig, W. Werner


Hintergrund: Skiaskopie wird zumeist zur Refraktionsbestimmung am Auge herangezogen. Verfeinerte, differentielle Beobachtungen können aber auch Aufschluß über Schwankungen der Abbildungsverhältnisse in verschiedenen Zonen des optischen Systems und damit der Abbildungsqualität insgesamt geben. Sphärische Optiken z.B. haben in den Randzonen andere Abbildungseigenschaften als in Achsennähe. Asphärische Optiken degegen weisen homogenere Abbildungseigenschaften über den gesamten Öffnungsbereich auf. Deshalb ist zu vermuten, daß asphärische Intraokularlinsen (IOL) erst bei größeren Pupillenweiten als besser empfunden werden als bisher verwendete IOL. Es ist außerhalb von theoretischen Überlegungen schwer, die Vorteile einer implantierten asphärischen IOL nachzuweisen, da der Patient nicht angeben kann, wie er mit dem betroffenen Auge sehen würde, wenn er statt dessen eine sphärische IOL erhalten hätte.

Methodik: Mit Hilfe von geeigneten Videokameras können Skiaskopreflexe direkt vom Auge aufgezeichnet werden. Die Videoaufzeichnung entspricht eher dem dynamischen Vorgang des Skiaskopierens als eine fotografische Aufnahme. Sie bietet ein probates Verfahren, wiederholte, eingehende und vergleichende Analysen vorzunehmen, ohne verschiedene Patienten gleichzeitig zur Verfügung zu haben bzw. unnötig zu belasten. Die aufgezeichneten Reflexe ermöglichen auch die anschauliche Dokumentation von Irregularitäten der Optik, wie bspw. beim Keratokonus.

Ergebnisse: Im begleitenden Video werden kurz die prinzipiellen Strahlengänge beim Skiaskopieren veranschaulicht. Anhand von ausgewählten Skiaskopie-reflexverläufen sieht man, wie deutlich homogener die Abbildungseigenschaften bei einem Patientenauge mit asphärischer IOL im Vergleich zur herkömmlichen IOL erscheinen.

Schlußfolgerungen: Eine verläßliche Beurteilung der Verbesserung des Sehvermögens bei implantierter asphärischer IOL ist dem Patienten selbst i. d. R. nicht möglich. Die Videoaufzeichnung der Skiaskopiereflexe bietet ein objektives Hilfsmittel bei der Beurteilung der Abbildungsqualität und implizit der Sehqualität. Außerdem gestattet sie, Beobachtungen zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Stadien zu vergleichen und zu dokumentieren.

Institut für Physiologische Optik, Beethovenstr. 1, D-40233 Düsseldorf


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