97. Jahrestagung der DOG 1999

VF 204

MAKULATRANSLOKATION ALS THERAPIEFORM FÜR DIE EXSUDATIVE ALTERSABHÄNGIGE MAKULADEGENERATION

S. Aisenbrey, K.U. Bartz-Schmidt, B. Lafaut, P. Walter, P. Szurman, K. Heimann


Hintergrund: Mit dem Ziel einer Stabilisierung oder Verbesserung der visuellen Funktion von Patienten mit altersabhängiger-Makula-Degeneration (AMD) wurde die Technik der Translokation der Fovea auf gesundes Pigmentepithel (RPE) von R. Machemer entwickelt. Unser operatives Vorgehen setzt sich zusammen aus einer Zyklorotation des Bulbus, Phakoemulsifikation, Implantation einer Hinterkammerlinse, vollständiger Vitrektomie, induzierter Netzhautablösung, 360° Retinotomie, Entfernung des subretinalen Membran-Komplexes, Translokation der Fovea aus dem RPE-Defekt, Wiederanlage der Netzhaut unter Verwendung von Perfluorcarbonen, peripherer Endolaserkoagulation und temporärer Silikonöltamponade.

Patienten: Wir operierten 36 Patienten (25 Frauen, 9 Männer, im Alter von 61 - 86 Jahre, Median = 76 Jahre) nach dieser Operationsmethode von Dezember 1997 bis Februar 1999. Bei 10 Patienten lag eine nach rtPA- und Gas-Injektion persistierende submakuläre Blutung vor, bei 7 Patienten bestand eine okkulte, bei 17 Patienten eine klassische Neovaskularisationsmembran. Prospektiv untersuchten wir 3 Wochen, 3, 6 und 12 Monate nach dem Primäreingriff den Visus mittels ETDRS-Tafeln, und führten eine konventionelle Fluoreszein- und Indocyaningrün-Angiografie sowie Mikroperimetrie durch.

Ergebnisse: Ende Februar 1999 hatten wir bereits bei 14 Patienten Silikonöl ablassen können (mittleres Intervall = 15 Wochen, 7-37 Wochen). Bei 6 von 10 Patienten mit komplikationslosem Verlauf nach Silikonölablassung zeigte sich ein Visusanstieg um 1bis 12 Zeilen (Median = 4 Zeilen). Ein Revisionseingriff wegen schwerer Komplikationen wurde bei 4 Patienten notwendig (PVR-Amotio n = 1, rhegmatogene Amotio n = 2, Makula-Pucker n = 1). Als weitere Komplikationen traten passagere Hypotonie, Makulaödem, Hornhaut-dekompensation oder IOL-Dislokation auf. Allgemeinmedizinische Komplikationen haben wir nicht beobachtet. Aktualisierte Ergebnisse werden zur Tagung präsentiert.

Schlußfolgerung: Das Operationsverfahren stellt einen aufwendigen und technisch anspruchsvollen Eingriff mit langer Lernphase sowie großem intraoperativen und postoperativen Komplikationsprofil dar. Nach unseren ersten Ergebnissen erscheint die Makula-Translokation eine vielversprechende Therapieform für ausgewählte Patienten mit exsudativer AMD zu sein.

Universitäts-Augenklinik Köln, Joseph-Stelzmann-Str. 9, D-50931 Köln


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