97. Jahrestagung der DOG 1999

VF 197

ANWENDUNG UND ENTFERNUNSTECHNIKEN VON DISPERSIVEN UND KOHÄSIVEN VISKOELASTIKA (VISCOAT® UND PROVISC®)

G. U Auffarth1,2, D. J Apple2, R.Schoderbek2, S.Pandey2


Hintergrund: Dispersive und kohäsive Viskoelastika unterscheiden sich grundlegend aufgrund ihrer physiko-chemischen Eigenschaften.

Methodik: In einer standardisierten Laborstudie mit menschlichen Autopsieaugen wurde die Miyake Posterior View Video Technik benutzt, um die Entfernung von fluoreszeingefärbten Viscoat® (=dispersiv) und ProVisc® (=kohäsiv) aus dem Kapselsack bei 5 IOL-Typen ( 1x PMMA, 3x Silikon und 1x Acrylat-IOL) zu untersuchen. Eine Alcon Legacy Series 2000 Phakomacshine mit einer Flow-Rate von 25ml/min und einem Vakuum von +500mmHg (I/A Max) wurde hierfür benutzt. Desweiteren wurde die Retention von Viscoat in der Vorderkammer während der Phakoemulsifikation geprüft.

Ergebnisse: Viscoat® zeigte eine gute Retention in der Vorderkammer während der Phakoemulsifikation. Bis zum Ende der Linsenentfernung ließ sich das Viskoelastikum am Hornhautendothel nachweisen. Bei der Entfernung von Viscoat® aus dem Kapselsack verlängerte sich die Absaugzeit wegen einer Retention des Viskoleastikums insbesondere hinter Acrylatfaltlinsen. ProVisc® ließ sich mit allen Materialien schnell und problemlos aus dem Kapselsack absaugen.

Schlußfolgerung: Bei dem kohäsiven Viskoelastikum (ProVisc®) zeigten sich keine Unterschiede in den Entfernungszeiten zwischen den verschiedenen IOL Materialien. Bei dem dispersiven Viscoat® waren die Unterschiede deutlicher. Insbesondere eine Retention hinter Acrylatlinsen verlängerte die Entfernungszeiten. Beide Viskoelastika ließen sich jedoch immer komplett enfernen.

1 Universitäts-Augenklinik Heidelberg
2 Center for Research on Ocular Therapeutics and Biodevices, Storm Eye Institute, Medical University of South Carolina, Charleston, SC, USA


Zurück