97. Jahrestagung der DOG 1999

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VERBESSERN VERGRÖSSERTE POSITIONIERUNGSLÖCHER DIE STABILITÄT KAP-SEL-SACK-FIXIERTER INTRAOKULARLINSEN (IOL) MIT PLATTEN-HAPTIK? EINE PROSPEKTIVE, RANDOMISIERTE STUDIE

O. Schwenn, U. Kottler, B. Dick, N. Pfeiffer



Hintergrund: Rotation, Dezentrierung und sogar Luxation in den Glas-körperraum von Plattenhaptik-Silikonintraokularlinsen mit kleinen (0,3 mm) Positionierungslöchern wurden beschrieben. Eine größere Dimensionierung der Plattenhaptikaussparungen könnte eine Adhäsion zwischen vorderem und hinterem Kapselblatt oder die Proliferation von Linsenepithelzellen in den Hohlraum gestatten und dadurch zu einer stabileren Fixation beitragen. Eine stabile Fixation ohne Rotation ist insbesondere für die Nutzung des Plattenhaptikdesign bei torischen IOL erforderlich.

Patienten und Methoden: In einer prospektiven, randomisierten Studie wurden 51 Chiroflex C10 und 56 C11 IOL (Löcher der Plattenhaptiken 0,3, bzw. 1,15 mm) implantiert. Die Operation erfolgte unter standardisierten Bedingungen mit zentrierter, runder Kapsulorhexis. Die IOL-Position wurde intraoperativ sowie am 1. Tag und 5 Monate postoperativ im regredienten Licht und mittels Scheimpflug-Fotografie dokumentiert. Eine ultraschallbiomikroskopische Untersuchung der Positionierungslöcher erfolgte ebenfalls 5 Monate postoperativ.

Ergebnisse: Am 1. postoperativen Tag war keine der IOL beider Gruppen mehr als 1,0 mm dezentriert. 5 Monate post-operativ waren 33% (13 von 39) der C10 IOLs 0,5 bis 1,0 mm und 13% mehr als 1,0 mm dezentriert (5 von 39, Maximum: 1,23 mm). In der C11-Gruppe waren 45% (21 von 47) der Implantate 0,5 bis 1 mm, 9% stärker als 1,0 mm dezentriert (4 von 47, Maximum: 1,41 mm). Verglichen mit dem Zustand am Operationsende wiesen 25% der C10-Gruppe (12 von 47) und 36% der C11-Gruppe (19 von 53) eine Rotation von mehr als 20° auf. In der Ultraschallbiomikroskopie konnte bei der Mehrzahl der IOL in beiden Gruppen kein Gewebe oder eine Kapselblattadhäsion in den Aussparungen der Plattenhaptiken nachgewiesen werden.

Zusammenfassung: Die vergrößerten Positionierungslöcher konnten eine IOL-Dezentrierung oder -rotation nicht verhindern. Wir halten deshalb die gegenwärtig verfügbaren torischen Silikon-IOL mit Plattenhaptik zur Astigmatismus-korrektur für ungeeignet.

Universitäts-Augenklinik, Langenbeckstr. 1, D-55131 Mainz.


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