97. Jahrestagung der DOG 1999

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KOMPLIKATIONEN MIT DEM UNFOLDER-INJEKTOR-SYSTEM BEI DER IMPLANTATION VON SILIKON-INTRAOKULARLINSEN

S. Puls, B. Dick, O. Schwenn, N. Pfeiffer

In einer retrospektiven Studie untersuchten wir die Häufigkeit intraoperativer Komplikationen bei der Implantation von Silikon-Intraokularlinsen mit dem Unfolder-Injektorsystem.

Material und Methoden: Ausgewertet wurden die Operationsberichte von 150 Kataraktoperationen, bei denen Silikon-Intraokularlinsen (Typ SI-40NB oder SA-40N, Fa. Allergan, Ettlingen) implantiert wurden. Die Injektion erfolgte jeweils mit dem Unfolder Injektorsystem. Bei der Auswertung wurden der Linsentyp, die IOL-Brechkraft sowie das verwendete Viskoelastikum erfaßt. Weiterhin wurde die Art der Komplikation analysiert.

Ergebnisse: 97 IOL vom Typ SI-40NB und 53 IOL vom Typ SA-40N wurden implantiert. Es kamen fünf verschiedene Viskoelastika zur Anwendung. Bei der SA-40N-IOL kam es dreimal zu einem Einriß im Haptik-Optik-Übergangsbereich, wohingegen diese Komplikation bei der SI-40NB-IOL nicht auftrat. In einem Fall verklemmte sich eine SI-40NB-IOL im Injektorsystem so, daß ein Vorschieben des Injektorkolbens und damit die Implantation nicht möglich war. Bei allen Einrissen im Haptik-Optik-Übergangsbereich wurde jeweils ein hydroxypropylmethylcellulosehaltiges Viskoelastikum (Adatocel®, München) verwendet. Bei der anderen Komplikation wurde ein hyaluronsäurehaltiges Viskoelastikum (Healon®, Pharmacia & Upjohn, Erlangen) verwendet. Die IOL-Brechkraft übte keinen Einfluß auf die Komplikationen aus. Ein Einriß der Kartusche (cartridge crack) war nicht zu beobachten.

Schlußfolgerungen: Die Implantation von Silikon-Intraokularlinsen mit dem Unfolder-Injektorsystem im Rahmen der Kataraktoperation gelang bei 97,3% der Fälle problemlos. Ein kausaler Einfluß der IOL-Brechkraft auf die Komplikationen konnte aufgrund der wenigen Implantationen mit Problemen nicht festgestellt werden. Die Wahl des Viskoelastikums könnte möglicherweise einen Einfluß auf die Komplikationen ausüben.

Univ.-Augenklinik, Langenbeckstraße 1, D - 55101 Mainz


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