97. Jahrestagung der DOG 1999

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KOMPLIKATIONEN VON IRISFIXIERTEN INTRAOKULARLINSEN: EINE ANALYSE VON 878 EXPLANTATEN

G. U. Auffarth1,2, Q. Peng2, D. J. Apple2


Hintergrund: Ausgewertet wurden die Gründe, die zur Explantation von 878 irisfixierten Intraokularlinsen führten.

Methodik: Wir analysierten eine Datenbank, die die klinischen und pathologischen Befunde von 878 explantierten, irisfixierten Intraokularlinsen enthält. Die Explantate wurden dem Center for Research on Ocular Therapeutics and Biodevices (früher Center for IOL Research) in Charleston, SC, USA über die letzten 2 Jahrzehnte zugesandt.

Resultate: Die am häufigsten explantierten, irisfixierten Linsen waren: Binkhorst 4-Schlaufen Haptik IOL (191/878), Worst Medaillon IOL (187/878) und Binkhorst 2-Schlaufen-Haptik IOL (182/878). Die häufigsten Explantationsgründe waren: Hornhautdekompensation (57,1%), entzünd-liche Reaktionen (19,9%) und IOL-Dezentrierung (18,2%). Retinale Kompli-kationen wurden in 7% der Fälle angegeben. 50 bis 60% der Linsen wurden zwischen dem 6. und 12. postoperativem Jahr explantiert. Insgesamt zeigten alle irisfixierten IOLs eine mit zunehmender Implantationsdauer zunehmende Explantationshäufigkeit.

Schlußfolgerungen: Da irisfixierte IOLs seit einigen Jahren zunehmend als „phakic IOLs" bei hochmyopen Patienten eingesetzt werden, ist es wichtig Informationen zur Langzeitverträglichkeit zu sammeln. Die Studie zeigt, daß irisfixierte IOLs etwa nach 10 Jahren wegen Hornhautkomplikationen explantiert werden. Ein sorgfältige Patientennachsorge und Patienten-führung ist daher nach Implantation von irisfixierten IOLs bei phaken Myopen zu empfehlen, um Langzeitkomplikationen frühzeitig zu erkennen bzw. zu verhindern.

1Dept. of Ophthalmology, University of Heidelberg
2Center for Research on Ocular Therapeutics and Biodevices, Storm Eye Institute, Medical University of South Carolina, Charleston, SC,USA


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