97. Jahrestagung der DOG 1999

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EINFLUSS DER KATARAKTOPERATION NACH FILTRIERENDER OPERATION AUF DEN GLAUKOMVERLAUF

N. Wakili, J. Hayler, A. Händel, P. Martus

Das Ziel dieser retrospektiven, klinischen Querschnittstudie war die Beurteilung der Entwicklung des Glaukoms nach Kataraktoperation (K-OP) bei vorausgegangener filtrierender Operation (F-OP) in Abhängigkeit von der Art des Glaukoms und der Zugangsart bei Kataraktoperation.

Patienten und Methoden: Bei 100 Augen von 100 Patienten (52 Frauen, 48 Männer, Alter zum Zeitpunkt der K-OP 72±9 Jahre, zum Zeitpunkt der F-OP 67±8 Jahre) wurde der Verlauf folgender glaukomrelevanter Parameter untersucht: cc-Visus, Tensio, E/P-Verhältnis und mean defect (MD) der 30°-Computerperimetrie vor F-OP, vor K-OP und 33±21 Monate nach K-OP. Es gingen 54 Augen mit primärem Offenwinkelglaukom (OWG), 42 mit sekundärem Offenwinkelglaukom bei Pseudoexfoliationssyndrom (PEX) und 4 mit sonstigen sekundären Offenwinkelglaukomen in die Studie ein. Der maximale Tensiowert betrug anamnestisch bei OWG 28,7±8,8 mmHg und bei PEX 34,0±8,2 mmHg. Operiert wurden 95 Trabekulektomien/Goniotrepanationen ohne Mitomycin C und 5 Trabekulektomien mit Mitomycin C. Die K-OP wurde bei 67 Patienten über einen kornealen Schnitt (KS) und bei 33 Patienten über einen korneoskleralen Tunnelschnitt (KSS) durchgeführt (bei 61 Operationen erfolgte der Zugang von oben, bei 18 von temporal oben, bei 18 von temporal und bei 3 von nasal oben).

Ergebnisse: Beim KS/KSS betrug der cc-Visus vor F-OP 0,64±0,33/0,67±0,27, vor K-OP 0,25±0,18/0,25±0,17 und nach K-OP 0,42±0,27/0,49±0,35. Die Tensio betrug jeweils 24,6±9,5/26,3±8,2 mmHg, 15,7±6,2/16,6±6,1 mmHg (davon >21 mmHg 20%/18%) und 15,3±4,8/16,4±4,9 mmHg (davon >21 mmHg 10%/4%). Die Größe der Papillenexkavation (E/P) betrug 0,8±0,2/0,8±0,2, 0,8±0,2/0,9±0,2 und 0,8±0,2/0,9±0,2, der MD lag bei 13,8±6,1/13,6±8,1, 16,1±6,5/15,8±7,2 und 16,1±6,4/14,7±8,5. Bei OWG/PEX betrug der cc-Visus vor F-OP 0,57±0,33/ 0,71±0,29, vor K-OP 0,25±0,12/0,23±0,15 und nach K-OP 0,40±0,29/0,51±0,27. Die Tensio betrug jeweils 22,5±7,4/25,9±9,1 mmHg, 15,2±5,9/16,8±6,1 mmHg (davon >21 mmHg 11%/28%) und 15,1±4,5/16,9±5,3 mmHg (davon >21 mmHg 4%/18%). Das E/P-Verhältnis betrug 0,8±0,2/0,8±0,2, 0,8±0,2/0,8±0,1 und 0,9±0,2/0,8±0,2. Der MD lag bei 14,6±6,6/13,6±7,1, 17,6±6,7/15,1±5,7 und 17,5±5,9/14,9±7,7.

Schlußfolgerung: Eine zusätzliche Kataraktoperation nach filtrierender Operation scheint keine klinisch relevante Auswirkung auf den Glaukomverlauf zu haben. Insbesondere wirken sich weder der Kataraktzugang noch die Glaukomart auf die glaukomrelevanten Parameter aus.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen


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