97. Jahrestagung der DOG 1999

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ENTWICKLUNG EINER MESSELEKTRONIK ZUR INTRAOKULÄREN TEMPERATURMESSUNG WÄHREND DER PHAKOEMULSIFIKATION

S. Schumacher, J. M. Heisler, H. Wirt, D. von Domarus

Wir haben einen Meßaufbau entwickelt, der es gestattet, den Temperaturverlauf in der Vorderkammer des Auges während der Phakoemulsifikation zu messen und zu dokumentieren. Im folgenden möchten wir insbesondere auf die technischen Details dieses Systemes eingehen.

Methoden: Das Herzstück des Meßaufbaus ist eine neuartige Meßsonde mit einer Spitze von 0,5 Millimeter Durchmesser, die über einen Trennverstärker mit einer Meßkarte in einem Personalcomputer verbunden ist. Der batteriebetriebene Trennverstärker dient einerseits zum Verstärken der von der Sonde abgegebenen Mikrospannung andererseits wird durch die integrierte galvanische Trennung ein Übertreten von Strömen auf den Patienten ausgeschlossen. Ein auf DOS-Ebene basierendes Meßprogramm gewährleistet schließlich die Registrierung, Speicherung und Darstellung der abgeleiteten Meßwerte.

Ergebnisse: Während der Operationen konnten sprunghafte Temperaturveränderungen zuverlässig erfaßt werden. Unterschiede im Temperaturverlauf bei Puls- und Dauerabgabe des Ultraschalles wurden deutlich. Außerdem konnte die Temperatur in verschiedenen Kompartimenten der Vorderkammer abgeleitet werden. Die Handhabbarkeit der Sonde bereitete den Operateuren keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Schlußfolgerung: Die neue Meßsonde hat sich im Routineeinsatz der Phakoemulsifikation bewährt. Es steht außer Frage, daß viele andere Einsatzgebiete für ein derartiges Temperaturmeßsystem existieren.

Augenklinik des AK Barmbek, Hamburg


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