97. Jahrestagung der DOG 1999

K14

SELEKTIVE LASERTRABEKULOPLASTIK ­ ERGEBNISSE NACH 2 JAHREN

P. Kaulen, A. Richter, C. Wiemer

Die selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) ist eine neue Methode in der Glaukomtherapie. Wir stellen eine Anwendungsbeobachtung über die ersten 2 Jahre nach Therapie vor.

Methode: 460 Augen von 328 Patienten wurden mit einem frequenzverdoppelten, gütegeschalteten Nd:YAG-Laser (523 nm) mit einer Gesamtenergie von 65 ­ 125 mJ (Herdgröße 400 µm) über 180 bzw. 360 des Kammerwinkels im Bereich des Trabekelwerkes therapiert. Der Erfolg wurde als Drucksenkung von mindestens 20% oder als Reduktion der Anzahl topischer Medikamente bei mindestens unverändertem Druck gewertet.

Ergebnisse: Die mittlere Drucksenkung bei Pseudoexfoliationsglaukom (PEX) betrug 35%, bei primärem Weitwinkelglaukom (POAG) 23%, beim Normaldruckglaukom (NTG) 17%, mit Argon-Lasertrabekuloplastik vorbehandelten Augen (ALT) 17%. Die Erfolgsraten nach 2 Jahren (Kaplan-Meier-überlebenskurven) betrugen 82% bei PEX, 81% bei POAG, 51% bei ALT und 40% bei NTG. Die Druckreduktion korrelierte positiv mit dem Pigmentationsgrad des Kammerwinkels und dem Patientenalter. Der drucksenkende Effekt war nicht von der Zahl der applizierten Herde abhängig. Häufigste Komplikation (11/460) war eine Druckerhöhung (> 10 mmHg) in der zweiten postoperativen Woche, die medikamentös einstellbar war.

Schlußfolgerung: Die SLT ist eine sichere und erfolgreiche Methode bei der Behandlung von PEX und POAG. Eine SLT kann nach Versagen einer ALT durchgeführt werden und so die Notwendigkeit eines fistulierenden Eingriffes überflüssig machen oder hinausschieben. Die Rolle der SLT bei anderen Glaukomformen ist noch unklar.

Augenarztpraxis, Drakestr. 32, D-12205 Berlin-Lichterfelde


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