97. Jahrestagung der DOG 1999

V 135

EIN AUTOMATISCHER SWINGING-FLASHLIGHT-TEST

T. Peters, H. Lüdtke, B. Wilhelm, R. Schmid, H. Wilhelm


Einführung: Der Swinging-flashlight-Test ist eine bewährte Methode, eine asymmetrische neuroretinale Erkrankung objektiv nachzuweisen. Er ist allerdings abhängig vom Können des Untersuchers und es gibt zahl-reiche Fallstricke, die das Testergebnis verfälschen können.

Methode: In ein binokular messendes Infrarotvideo-Pupillographiegerät wurde die Möglichkeit eines über steuerbare Leuchtdioden durchzuführenden Swinging-flashlight-Tests eingebaut und an 102 Normalpersonen und 31 Patienten mit Optikusneuropathien erprobt und mit dem klini-schen Ergebnis verglichen.

Ergebnisse: Bei Normalen finden sich nur in 2% ein relativer afferenter Pupillendefekt (RAPD) über 0,3 log-Einheiten. 95% liegen unterhalb von 0,2 log-Einheiten. Es zeigte sich eine sehr gute Korrelation von klinischer Untersuchung und Pupillographie.

Diskussion: Ein pupillographisch ausgeführter und automatisch ausgewerteter Swinging-flashlight-Test ist nicht mehr untersucherabhängig und kann typische Fehler (z.B. unterschiedliche Belichtung beider Augen) vermeiden. Die Messung eines relativen afferenten Pupillendefektes ist genauer als von Hand möglich. Durch die binokulare Messung und Auswertung stört eine Anisokorie oder einseitig beeinträchtigte Lichtreaktion die Messung kaum. Ein automatischer Swinging-flashlight-Test hat somit gute Chancen als Screening-Test, als Ergänzung der klinischen Untersuchung und als objektives Verfahren im Rahmen von Studien und Begutachtungen.

Universitäts-Augenklinik, Abt. für Pathophysiologie des Sehens und Neuroophthalmologie, D-72076 Tübingen


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