97. Jahrestagung der DOG 1999

R 13

INNOVATIVE, KONSERVATIVE GLAUKOMTHERAPIE

L. E. Pillunat

Neben der Therapie des erhöhten intraokularen Druckes erfordert die moderne konservative Glaukom-Therapie auch die Berücksichtigung anderer pathogenetisch bedeutsamer Risikofaktoren. Hämodynamische Aspekte (Vasospasmus, reduzierte Mikrozirkulation) wie auch neurodegenerative Prozesse sollten in Betracht gezogen werden. Dennoch stellt der erhöhte intraokulare Druck den wichtigsten Risikofaktor in der Pathogenese des Glaukomschadens dar, und eine breite Palette von modernen Medikationen steht zur Therapie des erhöhten Augeninnendruckes zur Verfügung.
Latanoprost, ein Prostaglandin-Analogon, repräsentiert eine neue Generation von Glaukom-Medikamenten, die den uveoskleralen Ausfluß fördert und zu einer starken Augeninnendrucksenkung (ca. 30 %) führt. Dorzolamid hingegen ist der erste topisch anwendbare Karboanhydrasehemmer, der eine suffiziente augeninnendrucksenkende Wirkung zeigt (ca. 25 %) und additiv perfusionsverbessernd wirkt. Der selektive Alpha-2-Agonist Brimonidin hat eine erhebliche drucksenkende Potenz (ca. 30 %) und zeigt weiterhin im Tierexperiment neuroprotektive Eigenschaften.
Neben der lokalen Therapie zur Augeninnendrucksenkung werden in der modernen Glaukomtherapie auch nicht-drucksenkende Substanzen, z.B. Kalziumantagonisten oder Magnesium zur Therapie des Vasospasmus, eingesetzt. Zukünftige Studien werden belegen, ob eine adjuvante Therapie des Glaukom-Patienten mit neuroprotektiven Substanzen (z. B. NMDA-Antagonisten) die Progression des Glaukomschadens verhindern können.

Universitäts-Augenklinik Hamburg, Martinistr. 52, 20246 Hamburg


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