97. Jahrestagung der DOG 1999

R 122

INTRAOKULARE ENTZÜNDUNG: DIAGNOSTISCHE UND THERAPEUTISCHE INNOVATIONEN

U. Pleyer

Dem Ophthalmologen stehen zur Abklärung entzündlicher Erkrankungen der Uvea eine Reihe diagnostischer Verfahren zur Verfügung. Diese schließen
- bildgebende Darstellung :(Indozyanin-) Angiografie, Röntgen, Gallium-Szintigrafie
- sowie laborchemische und serologische Untersuchungen
ein.
Eine wesentliche Erweiterung des diagnostischen Spektrums kann durch chirurgisch-invasive Methoden mittels Vorderkammerpunktion, diagnostischer Vitrektomie oder chorioretinaler Biopsie erreicht werden. Der Nachweis spezifischer intraokularer Antikörperbildung durch ELISA oder Immunoblot bzw. des Antigens durch Polymerase-Kettenreaktion ist insbesondere für infektionsassoziierte Entzündungen bedeutsam.
Für einen erheblichen Teil der Patienten wird eine nichtinfektiöse, immunpathologische Genese der intraokularen Entzündung angenommen. Das Verständnis dieser Reaktionsformen hat in den letzen Jahren ständig zugenommen und wurde von der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Therapiekonzepte begleitet. Neben selektiver wirksamen Immunpharmaka werden neue Behandlungsansätze (z.B. „orale Toleranzinduktion") geprüft. Die Bedeutung dieser erweiterten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten muß jedoch auch vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Ressourcen gesehen werden. Sorgfältige klinische Untersuchung, differenzierte Anamnese und Kenntnis der Möglichkeiten und Grenzen moderner Methoden und Therapeutika sind hierzu Voraussetzung.

Universitäts-Augenklinik, Charité, Campus Virchow Klinikum, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin


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