97. Jahrestagung der DOG 1999

V 121

PARS-PLANA-VITREKTOMIE BEI ZYSTOIDEM MAKULAÖDEM IM RAHMEN EINER INTERMEDIÄREN UVEITIS

B. Wiechens, B. Nölle, J. Reichelt


Hintergrund: Das zystoide Makulaödem (ZMÖ) stellt eine häufige Komplikation der intermediären Uveitis (IMU) dar. Auch unter Therapie mit Corticosteroiden oder Carboanhydrasehemmern beobachtet man oft eine Persistenz des ZMÖ. Nach Pars-plana-Vitrektomie (PPV) wird in vielen Fällen ein positiver Einfluß auf den Verlauf der intermediären Uveitis und eine Abnahme der Rezidivschübe beobachtet. Wir untersuchten, in wie weit ein therapierefraktäres ZMÖ durch eine PPV beeinflußt werden kann.

Patienten und Methode: 37 Augen von 28 Patienten, bei denen wegen eines ZMÖ eine PPV durchgeführt wurde, konnten in dieser Studie klinisch und fluoreszenzangiographisch nachuntersucht werden. Das Durchschnittsalter betrug 34,3 Jahre (Bereich: 5-64 Jahre). Alle Patienten hatten im Verlauf der Erkrankung eine systemische Corticosteroid-Behandlung erhalten, einige wegen des ZMÖ auch eine systemische Therapie mit Carboanhydrasehemmern. Die Nachbeobachtungszeit betrug durchschnittlich 16 Monate (6-102 Monate).

Ergebnisse: Der korrigierte, präoperative Visus aller Augen lag zwischen 1/10 und 0,5. Postoperativ bildete sich in 19 von 37 Augen das ZMÖ zurück, in 18 von 37 Augen zeigte sich keine Änderung. In 17 von 37 Augen kam es zu einem Visusanstieg von mehr als 2 Optotypenreihen. Bei 16 von 37 Augen war der Visus unverändert, in 4 von 37 Augen schlechter als präoperativ.

Schlußfolgerung: Die Pars-plana-Vitrektomie führt in etwa der Hälfte der Patienten mit ZMÖ im Rahmen einer intermediären Uveitis zu einer Rückbildung des Ödems und zum Visusanstieg. In Fällen mit fehlendem Ansprechen einer medikamentösen Therapie sollte frühzeitig an die Indikation zur PPV gedacht werden.

Sektion für Erkrankungen des hinteren Augenabschnittes und vitreoretinale Chirurgie, Klinik für Ophthalmologie, Christian-Albrechts-Universität, Hegewischstr. 2, D - 24105 Kiel


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