97. Jahrestagung der DOG 1999

V 120

IMMUNSUPPRESSIVE THERAPIE MIT MYCOPHENOLATMOFETIL (CELLSEPT®) ZUR BEHANDLUNG DER UVEITIS

M. Zierhut1, B. Aboalchamat2, H. Landenberger1, K. Engelmann2

Häufig lassen sich schwere Formen der Uveitis lediglich durch eine Immun-suppression ausreichend kontrollieren. Die derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente zeichnen sich alle durch eine relativ hohe Nebenwirkungsrate aus. Mycophenolatmofetil (MMF) ist ein Immunsuppressivum, welches erfolg-reich zur Prophylaxe bei Organtransplantation und Autoimmunerkrankungen eingesetzt worden ist und dabei bemerkenswert wenige Nebenwirkungen (NW) aufgewiesen hat. Ziel der vorliegenden multizentrischen Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit und der NW von MMF als Monotherapie bei verschiedenen Formen der Uveitis.

Methode: Zehn Patienten mit anteriorer Uveitis (n=3), intermediärer Uveitis (n=2), Panuveitis (n=4) und retinaler Vaskulitis (n=1) wurden in einer prospektiven Studie mit 2x1 g MMF/die therapiert. Eine frühere Immunsuppression mußte bei allen Patienten wegen Nebenwirkungen oder Ineffektivität abgesetzt werden. Bei diesen Patienten wurde MMF einschleichend zur noch bestehenden Immunsupression eingesetzt.

Ergebnisse: Der Behandlungszeitraum betrug 1-12 Monate (Durchschnitt 4.5). Bei 8 Patienten fand sich unter MMF kein weiteres Rezidiv. Bei einer Patientin konnte trotz Kombination mit Cyclosporin A erst durch spätere Umstellung auf Methotrexat eine Beruhigung der Aktivität erreicht werden. Eine weitere Patientin mit beidseitiger Uveitis blieb nur an einem Auge rezidivfrei, während das andere nur durch begleitende Steroidtherapie halbwegs entzündungsfrei blieb. An Nebenwirkungen klagte ein Patient über Diarrhoe, die zur Absetzung von MMF führte, sowie eine Patientin über Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall zu Beginn der Therapie.

Schlußfolgerung: Die Immunsuppression mit MMF hat bei 8 von 10 Uveitis Patienten zu einer Beruhigung der Entzündungsaktivität geführt. Die Nebenwirkungen sind milde, verglichen mit anderen Immunsupressiva. Größere Patientenkollektive und längere Beobachtungszeiten sind für die Beurteilung der Langzeitwirkung notwendig.

1 Universitäts-Augenklinik, Schleichstr. 12, D-72072 Tübingen
2 Universitäts-Augenklinik, Martinistr. 52, D-20246 Hamburg


Zurück