97. Jahrestagung der DOG 1999

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BEHANDLUNG DER SEKUNDÄRGLAUKOME

N. Pfeiffer

Augen mit Sekundärglaukom haben eine pathologisch erhöhten Augeninnendruck infolge einer anderen Augenerkrankung. Obgleich Sekundärglaukome besonders vielfältig sind nehmen sie an der Gesamtzahl der Glaukomerkrankungen einen relativ kleinen Teil ein. Ihre Bedeutung liegt jedoch darin, daß viele dieser Erkrankungen besonders früh auftreten, zu besonders hohem Augeninnendruck und daher besonders häufig zu Funktionsverlust bis hin zur Erblindung führen.
Die Differentialdiagnose der Sekundärglaukome ist oft leicht, bei Fehlbildungen jedoch manchmal besonders schwer. Sie ist jedoch unumgänglich, da Sekundärglaukome oft chirurgisch versorgt werden müssen und, anders als das Glaukoma chronicum simplex, einen sehr viel differenzierteres therapeutisches Vorgehen verlangen. Neovaskuläre Glaukomformen benötigen eine ausreichende antiproliferative Behandlung mit Laser- oder Kältekoagulation. Beim Pseudoexfoliations-glaukom kann die Trabekelaspiration hilfreich sein. Für das Pigment-dispersionsglaukom scheint die Trabekulotomie besonders wirksam und das Irido-corneo-endotheliale Syndrom ist eine der wenigen Indikationen für eine primäre Implantation eines Drainage-Implantates.

Universitäts-Augenklinik Mainz, Langenbeckstr. 1, D-55101 Mainz


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