97. Jahrestagung der DOG 1999

K101

IDENTIFIKATION EINER NEUEN KERATIN 12-GEN MUTATION BEI EPITHELIALER HORNHAUTDYSTROPHIE MEESMANN

L. D. Corden1, B. Swensson2, B. Wannke3, W. H. I. McLean1, R. Rochels2, H.-J. Thiel3, O. Swensson4

Die Hornhautdystrophie Meesmann (MCD) ist eine autosomal dominant erbliche Erkrankung des Hornhautepithels, die charakterisiert ist durch intraepitheliale Bläschen und punktförmige Epithelaufbrüche. Bei Nachkommen der von Meesmann und Wilke beschriebenen Familie konnten wir mittels genetischer Kopplungsanalyse zeigen, daß der zugrundeliegende Defekt im Bereich des Keratingen-Clusters auf Chromosom 17 (17q12-21) lokalisiert ist. In molekulargenetischen Untersuchungen an dieser und zwei weiteren nicht verwandten Familien mit MCD irischer Herkunft konnten wir zeigen, daß der Erkrankung Mutationen der cornea-spezifischen Keratine K3 und K12 zugrunde liegen [Nat Genet 16:184,1997]. Patienten und Methoden: Wir untersuchten eine in Süddeutschland beheimatete Familie mit MCD. Sieben von achtzehn untersuchten Familienmitgliedern aus drei Generationen präsentierten klinisch typische Hornhautläsionen. Es wurden DNA Proben von Merkmalsträgern (n=4) und nicht erkrankten Familienmitgliedern (n=2) gewonnen und eine genetische Kopplungsanalyse unter Verwendung von Mikrosatellitenmarkern aus dem Bereich der Typ I und Typ II Keratingen-Cluster durchgeführt. Die kodierenden Sequenzen des funktionell bedeutsamen Helixinitiationsmotif des Kandidatengen wurden amplifiziert and direkt sequenziert.

Ergebnisse: Die genetische Kopplungsanalyse führte zum Ausschluß von K3 als Kandidatengen. Amplifizierung und direkte Sequenzierung von Exon 1 des K12-codierenden Gen ergab das Vorliegen einer bislang nicht beschriebenen heterozygoten Missense-Mutation (A413C) bei allen untersuchten Merkmalsträgern. Diese Mutation führt vermutlich zum Austausch von Glutamin durch Prolin (Q130P) als fünfte Aminosäure in der 1A Domäne im hochkonservierten Helixinitiationsmotif des K12- Molekül.

Schlußfolgerung: Die vorliegenden Befunde sind ein weiterer Beleg dafür, daß als Ursache der MCD offenbar Mutationen der cornea-spezifischen Keratingene anzunehmen sind.

1Dept. of Molecular and Cellular Pathology, University of Dundee, Scotland
2Universitäts-Augenklinik Kiel, Hegewischstr. 2, D - 24105 Kiel
3Universitäts-Augenklinik Tübingen, Schleichstr. 12-16, D - 72076 Tübingen
4Universitäts-Hautklinik Kiel, Schittenhelmstr. 7, D - 24105 Kiel


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